Unterwegs mit Christoph durch 13 Länder
(A, SLO, HR, BiH, MNE, AL, MK, BG, SRB, H, SK, CZ, D)
Kanadadischer Boogierock
The Guess Who in wechselnden Besetzungen und ihre Live-Auftritte waren wohl fast immer allererste Sahne. Eine CD-Sammlung nur mit den Studio-Alben kann das nicht widerspiegeln. Das Paramount-Konzert 1972 gehört zu den besten Live-Alben überhaupt (74 min: Burton Cummings, Kurt Winter, Garry Peterson, Don McDougall, Jim Kale). Mit einer Langversion ihres größten Hits (17 min American Woman) und einem verrückt-spontanen Übergang zum nächsten Stück. Im Jahre 2000 gab es eine Revival-Tour mit ähnlicher Titelauswahl auf CD (68 min: Burton Cummings, Randy Bachman, Garry Peterson, Don McDougall, Bill Wallace).
Die besten Eisenbahnfilme
(kürzere Fassung veröffentlicht im Rundbrief des VCD-Landesverbandes Brandenburg zum Jahresende 2016)
Bahnhöfe und Züge spielen in vielen Filmen eine Rolle, handelt es sich doch bei Schienen um eins der bedeutendsten Netzwerke der Menschheitsgeschichte. Dass die Eisenbahn schon im Titel auftaucht, ist wesentlich seltener der Fall.
1926: Der General (The General, USA, Regie Buster Keaton und Clyde Bruckman)
Stummfilm-Star Buster Keaton, immer auch sein eigener Stuntman, wird von machen als der beste Filmschauspieler überhaupt angesehen. Die Handlung seines längsten eigenen Films ist eine Ausschmückung des sogenannten Andrews-Überfalls 1862 während des amerikanischen Bürgerkrieges, bei dem die Dampflokomotive »General« von Nordstaaten-Spionen entführt, aber von ihrem Südstaaten-Lokführer zurückerobert wurde. Die Komödie lebt von Keatons Gags und gilt heute als ein Meisterwerk des Stummfilms, konnte jedoch ihre hohen Produktionskosten nicht zeitnah einspielen, was Keatons Handlungsfreiheit anschließend stark beschränkte.
1976: Trans-Amerika-Express (Silver Streak, USA, Regie Arthur Hiller, Musik Henry Mancini)
Ein sanftmütiger Buchverleger (Gene Wilder) lernt im Zug von Los Angelas nach Chicago eine hübsche Sekretärin (Jill Clayburgh) kennen, ab ihrem ersten Schäferstündchen kommen sie zufällig in Kontakt mit einer kriminellen Bande. Am Schluss rast der Express in den Kopfbahnhof, doch es gibt keinen Personenschaden und die Bande kann verhaftet werden. Unterhaltsamer Action-Klamauk ohne Tiefgang, aber mit Happy End.
1981 (veröffentlicht 1987): Der Zufall möglicherweise (Przypadek, PL, Regie Krzysztof Kieślowski, Musik Wojciech Kilar)
Drei Szenarien für die Zukunft eines Medizinstudenten werden durchgespielt: Im ersten erreicht er den abfahrenden Zug und wird Regierungsfunktionär, im zweiten verpasst er ihn und wird Oppositioneller, im dritten führt eine Begegnung unterwegs zu einem eher unpolitisches Familienleben. Wurde jahrelang zensiert!
1997: Zugvögel … Einmal nach Inari (FI / D, Regie Peter Lichtefeld)
Als Hannes (Joachim Król) für den »Internationalen Kursbuchkenner-Wettbewerb« in Inari keinen Urlaub bekommt, rastet er aus und kündigt seinen Dortmunder Arbeitsplatz. Die Chefsekretärin nutzt die Gelegenheit, um den Panzerschrank der Firma zu leeren. Hannes wird verdächtigt, kann sich aber bis zum Wettbewerb durchschlagen. Dort riskiert er seinen Sieg, um der Finnin Sirpa (Outi Mäenpää) zu imponieren. Hardcore-Eisenbahnfans werden allerdings wissen, dass es in Inari gar keinen Bahnhof gibt.
1998: Zug des Lebens (Train de vie, FR / BE / NL / RO / IL, Regie Radu Mihăileanu, Musik Goran Bregović)
Kann man den Holocaust mit einer gehörigen Portion Humor aufarbeiten? Tatsächlich! 1941 ahnen die Juden eines Schtetls ihre bevorstehende Deportation. Der »Dorftrottel« Schlomo (Lionel Abelanski) schlägt die Flucht mit einem gefaktem Deportationszug zunächst in die Sowjetunion vor. Alte Waggons und eine nahezu schrottreife Dampflokomotive werden gekauft. Man teilt sich in die vermeintlichen Häftlinge und die vermeintliche Wachmannschaft auf. Dann setzen die Juden alles auf diese Karte.
2003: Festival Express (UK, Regie Bob Smeaton)
So richtig legendär wurde das Woodstock-Festival 1969 durch den wenige Monate später erschienen Dokumentarfilm. Im darauffolgenden Sommer unternahmen prägende Musiker der Flower-Power-Generation gemeinsam (unter anderem: Janis Joplin, Grateful Dead, The Band, Mashmakhan, Sha Na Na) eine fast ebenso kultige Tournee per Sonderzug durch Kanada. Der Film dazu entstand jedoch erst 33 Jahre später.
weiterhin sehenswert
1961: Der Transport (D, Regie Jürgen Roland und Herbert Viktor)
1966: Liebe nach Fahrplan (Ostře sledované vlaky, CS, Regie Jiří Menzel, mit Václav Neckář)
1966: Die Gentlemen bitten zur Kasse (D, Regie John Olden und Claus Peter Witt, mit »Derrick« Horst Tappert, Fernsehdreiteiler über den Postzugraub 1963)
1973: Reisebekanntschaften (Печки-лавочки, SU, Regie Wassili Schukschin)
1975: Die Olsenbande stellt die Weichen (Olsen-Banden på sporet, DK, Regie Erik Balling, Musik Bent Fabricius-Bjerre, der siebte der zwischen 1968 und 1998 erschienenen Olsenbande-Filme, auch in drei anderen Folgen gibt es etwas Schienenverkehr)
1995: Before Sunrise (USA / A, Regie Richard Linklater, mit Ethan Hawke und Julie Delpy)
1999: Poppoya (鉄道員, JP, Regie Yasuo Furuhata, Musik Ryoichi Kuniyoshi und Ryuichi Sakamoto)
2001: Heinrich der Säger (D, Regie Klaus Gietinger, mit Rolf und Meret Becker)
2003: Station Agent (USA, Regie Tom McCarthy, mit Peter Dinklage)
2004: Das Leben ist ein Wunder (Život je čudo, FR / SCG, Regie Emir Kusturica, Musik Emir Kusturica und Dejan Sparavalo)
2009: Sin Nombre (MX / USA, Regie Cary Jôji Fukunaga)
2013: The Lunchbox (द लंच बॉक्स, IND, Regie Ritesh Batra)
Cal Tjader
Callen Radcliffe Tjader (1925-82) war DER Vibraphonist des Latin Jazz. Eher ein zuverlässiger Bandleader als ein frecher Innovator. Virtuos, locker, swingend, anheimelnd, … Engländer würden das vielleicht sophisticated nennen. Meine drei Favoriten unter den mir bekannten Platten sind zwei asiatisch angehauchte 1963 (Several Shades of Jade, Breeze from the East) und ein Konzertmitschnitt 1976 aus San Francisco (Grace Cathedral Concert). Den zweiten Platz möchte ich Dave Pike (1938-2015) zuweisen. Sein Stil ging mehr in Richtung Fusion Jazz. Natürlich darf man Lionel Hampton (1908-2002) nicht vergessen. Er etablierte das Vibrafon als Leitinstrument.
Internationale Alleentagung
Heidi (das Original in 2 Bänden)
Ich grüße Sie mit einem schmunzelnden Holladihoo!
Johanna Spyri schrieb die beiden Bände »Heidis Lehr- und Wanderjahre« (Online-Text) und »Heidi kann brauchen, was es gelernt hat« (Online-Text) vor 135 Jahren in anschaulichem Hochdeutsch. Eingestreute schweizerische Formulierungen wie „das« Heidi (statt die Heidi) ergänzen Lokalkolorit.
Grundlage für dieses Kinderbuch über Natur und Freundschaft sind nachvollziehbare Charakterbeschreibungen. Typen wie vom Leben enttäuschte Öhis oder an Etikette klebende Fräuleins gibt es ja bis heute. Spyris Religiosität schimmert an wenigen Stellen unaufdringlich durch. Eher ein optimistisches Urvertrauen als ein christliches Missionieren. Es bieten sich viele Ansatzpunkte zu Diskussionen mit Kindern im Vor- und Grundschulalter.
Vergleicht man Heidi mit dem Weltbild im wenige Jahre später erschienen »Trotzkopf«, der eine angepasste Biedermeieridylle als Erziehungs- und Lebensziel propagiert (dort siegt sozusagen eine Rottenmeier-Figur), so kann man das Buch für die damalige Zeit fast als revolutionär bezeichnen.
Durch ein 2009 für den MDR produziertes Hörbuch mit der Vorleserin Franziska Oehme wurde ich zufällig auf die hohe literarische Qualität bei Spyri aufmerksam und entsprechend überrascht. Vorher kannte ich Heidi nur von der japanischen Zeichentrick-Serie mit dem Jodelschlager und ähnlich süßlichen Bearbeitungen. Deshalb ging ich dem Stoff bisher aus dem Wege.
Unter den vielen Heidis im Buchhandel scheint die preisgünstige Komplettausgabe von Anaconda derzeit die beste zu sein. Keine Bearbeitung vermittelt eine derartige Lust an der Sprache wie das Original. Es gibt längere Sätze und viele Konjunktive. Trotzdem auch für heutige Kinder verständlich. Meine hatten jedenfalls an Wortspielereien und Dialekten immer ihren Spaß. Lediglich die Rechtschreibung wurde angepasst. Der Sprachrhythmus bei Oehme veranschaulicht den Gedankenfluss übrigens gut.
Gönnen Sie den Kindern und sich »das« echte Heidi. Leichter kann man seine Kenntnisse von Grammatik und Wortschatz kaum erweitern. Alle vereinfachten oder modernisierten Buchausgaben einschließlich des Bernhardiner-Hundes Josef darf man dann getrost vergessen. Die akzeptabelste Verfilmung ist wahrscheinlich die Kinoproduktion von 2015 mit einer eng an Spyri orientierten Handlung.
Die ödeste Musikdekade
… mindestens der Zeitspanne seit 1945 waren die 1980er Jahre, Jazz und Blues lagen darnieder, ebenso der Progressive Rock. Supertramp und Blondie hatten ihren Zenit bereits überschritten, Magma legte eine Pause ein, noch warteten Grunge sowie Mittelalter- und Weltmusik auf ihren Durchbruch. Die Zahl der wirklich guten, international erfolgreichen Bands, sie lässt sich fast an zwei Händen abzählen. Hearts kommerziell erfolgreichstes Album erschien 1985, Madness löste sich 1986 vorübergehend auf, die acht Studioplatten von Kino (Виктор Цой и группа Кино) entstanden zwischen 1982 und 1991. Dann gab es ein paar Singer-Songwriter wie Leonard Cohen und Tom Waits, in Deutschland beispielsweise Reinhard Mey und Hans Hartz, außerdem wurden Philip Glass und Andreas Vollenweider mit ihren meditativen Sounds berühmt. That´s all, isn´t it?
Welches aber war das spannendste Jahr der Musikentwicklung? 1969?
Und jetzt? Internet-Gewohnheiten fördern zunehmend simple Strickmuster, Langeweile, Uniformität, …
Museumsdorf Düppel

Clauertstraße 11, 14163 Berlin-Zehlendorf,
Bushaltestelle Clauertstraße, Linien 118 oder 622,
oder Ludwigsfelder Straße, Linie 115
Im Süden Berlins an der Stadtgrenze zu Kleinmachnow wird märkisches Dorfleben aus der Zeit um 1200 auf wissenschaftlicher Grundlage rekonstruiert. Für die populäre Vermischung von Fantasy und Mittelalter bleibt da wenig Spielraum. 1975 begann der Museumsbetrieb. Besonders empfehlenswert für Familien mit Kindern. Auch Besucher dürfen einige Häuser betreten und alte Handwerkstechniken werden erklärt.
Zwischen 2014 und 2018 arbeitete ich in der Gartengruppe mit. Es existieren kaum Quellen über Bauerngärten um 1200. Natürlich verzichten wir auf die nach Kolumbus eingeführten Pflanzen. Wahrscheinlich gab es täglich Getreidebrei.
Friedensresolution der ÖDP
Pressemitteilung: Resolution der ÖDP für Frieden mit Russland und in der Ukraine
Weidenblättrige Birne
Morgendlicher Schneematsch

The Beatles
Die Beatles werden tausendfach nachgespielt, doch ich kenne darunter bisher kaum ihrer Musik ebenbürtige Tonkonserven:
- Mike Westbrooks Oktett »erweiterte« beim Willisau Jazz Festival 1989 die beste (?) Platte der Beatles (Abbey Road, 44 min) unter Beibehaltung der Titelfolge durch teilweise schrille Improvisationen (Off Abbey Road, 74 min live), der Spaß steckt an.
- Eher Stilparodien als Coversongs produzierten die Rutles ab 1975, ihre Alben erschienen 1978 (Rutles) und 1996 (Archaeology).
- Das Filmmusical »Across The Universe« 2007 verwendete nostalgisch rückblickend ausschließlich Kompositionen der Beatles, mit großem Respekt eingespielt. Oft softer als die Originale, jedoch nie kitschig. Eigentlich mag ich weder A-capella-Anfänge noch Ritardando-Schlüsse, doch hier passt alles.
Nun noch schnell meine Favoriten der Original-Vinyls, obwohl Maxwell und Ob-La-DiDa absolut verzichtbar sind: Abbey Road (1969), Magical Mistery Tour (1967), White Album (1968), … aber auch die weniger experimentellen ersten Platten haben ihren Charme.
Meine Braut ist übersinnlich
Sympathisches Weihnachtsmärchen (USA 1958, 98 min)
Eine Hollywood-Romantikkomödie von 1958 mit Kim Novak und Jack Lemmon, da verrate ich wohl kein Geheimnis, dass es nach manchen Umwegen zum Happy End kommt. Im Verlauf ziemlich vorhersehbar, das Filmerlebnis entsteht nicht aus einer spannenden Handlung, sondern aus einer beschwingten Jonglage mit Märchensymbolen. Sicher kann man dem Film vorwerfen, seicht zu sein, aber mancher will eben nicht ständig knallharte Dokus über die Schlechtigkeit der Welt sehen.
Akzeptiert man die geschilderten »übersinnlichen« Kräfte (magisch oder verzaubernd fände ich besser formuliert) von vier der sieben Hauptpersonen, so ist der Ablauf der Liebeswirren ohne logische Fehler, allerdings halte ich den damals fünfzigjährigen James Stewart mit seinen theatralisch aufgerissenen Augen nicht für die optimale Besetzung (na ja, er sieht jedenfalls noch zeugungsfähig aus). Weiterhin spielt ein Kater mit, im Zodiac-Club treten die Trompeter Pete und Conte Candoli auf (sie pusten einen tollen, leider nur kurzen Bebop-Ohrwurm), außerdem der Sänger Philippe Clay. Im Gegensatz zu vielen anderen Hollywood-Streifen ein Beispiel dafür, dass man keine Unsummen für Kulissen ausgeben muss, um einen guten Film zu drehen (einige Innenräume, der vielleicht stimmungsvollste Jazzkeller der Filmgeschichte, ein verfallendes Landhaus, winterliche Kiezstraßen in Greenwich Village, eine Aufnahme des Flatiron Buildings und eine Aufnahme vom Central Park). Auch das Tempo der Handlung ist unspektakulär (nach heutigen Maßstäben vielleicht sogar zu bedächtig), so, als würde jemand am Kamin aus einem Buch vorlesen.
Einer der schönsten Weihnachtsfilme, welchen ich kenne. Alles passt, da braucht man keine tricktechnischen Revolutionen. Zwar spricht die gelegentliche Schmuserei des Liebespaares nicht vordergründig kleine Kinder an, aber den Aufdruck FSK 12 auf meiner DVD von 2009 kann ich bei dieser harmlosen Hexengeschichte nicht nachvollziehen. Sollte ich irgendwann einen Kater besitzen (eher unwahrscheinlich), wird er Pyewacket heißen. Übrigens, inzwischen hat selbst manche Kleinstadt an aufdringlichem Kommerzgeflimmer das New York von damals überholt.
Stufen der Juristerei
Theoretisches Modell auf Grundlage praktischer Erfahrungen. Copyright bei mir höchstderoselbst.
- Recht nach gesundem Menschenverstand (analytisch-logisch) haben
- Recht nach Gesetzeslage haben
- Recht nach Gesetzeslage zugesprochen bekommen
- Recht nach Gesetzeslage durchsetzen können











