Die Lienewitzseen

Zwei Seen im Kiefernwald mit Vogelgezwitscher, Kaulquappen, Schilf, Erlen, Pfifferlingen, … der Weg neben der »großen« Badestelle im Nordosten ist für mich der schönste Fußballplatz der Welt: Man braucht dazu vier Stöckchen zur Markierung der Tore und zwei bis drei Kinder als Mitspieler.
2002 wurde das Gebiet Lienewitz-Caputher Seen- und Feuchtgebietskette (368 ha) unter Naturschutz gestellt. Drei Kilometer Fußweg entfernt befindet sich der Wietkiekenberg (125 m) mit einer 2015 eröffneten Aussichtsplattform.

Eva Maria Mudrich

Über die Hörspielautorin Eva Maria Mudrich (1927-2006) sind nur wenige Informationen zu finden. Einige ihrer Zukunftsgedanken kamen auch mir schon in ähnlicher Form.

  • Das Vermächtnis der Moorvögel (53 min, SDR, 1977): Eine Substanz mit enormer Heilwirkung wird von Tieren produziert, die gerade aussterben, und geht dadurch verloren. In meinem »Drehbuch« war das eine von Fröschen erzeugte Paste …
  • Der Geburtstag (46 min, SDR, 1981): Sollte die Menschheit ihr Ende beschließen? Könnten wenige Abtrünnige dabei eine kleine friedliche Parallelzivilisation entwickeln?

Die besten Konzeptalben

Ab Mitte der 1960er Jahre verfolgten Rockmusiker gelegentlich auf ihren LPs (Langspielplatten) leitmotivische und erzählende Zusammenhänge zwischen den Titeln. Als Vorläufer könnte man vielleicht klassische Schauspielmusiken ansehen. Nach dem Bedeutungsverlust von LP (und CD) ist dieses Konzeptkonzept wie zuvor überwiegend bei Bühnenwerken präsent. Der physische Tonträger als Gesamtkunstwerk stirbt allmählich aus.

  • Felix Mendelssohn Bartholdy: Ein Sommernachtstraum (1843)
  • Robert Schumann: Szenen aus Goethes Faust (1862)
  • Edvard Grieg: Peer Gynt (1876)
  • Bertold Brecht & Kurt Weill: Die Dreigroschenoper (1928)
  • Carl Orff: Carmina Burana (1937)
  • The Moody Blues: Days of Future Passed (1967, TOP 3)
  • John Mayall: Blues from Laurel Canyon (1968)
  • Deep Purple: Concerto for Group and Orchestra (1969)
  • Manfred Mann Chapter Three: I (1969) & II (1970)
  • Czesław Niemen: Enigmatic (1970)
  • David Bowie: Ziggy Stardust and the Spiders from Mars (1972)
  • Jethro Tull: Thick as a Brick (1972) & A Passion Play (1973)
  • Osanna: Palepoli (1973)
  • Pink Floyd: The Dark Side of the Moon (1973, TOP 3)
  • Magma: Mekanïk Destruktïw Kommandöh (zudem in einer eigenen Kunstsprache der Band, 1973, TOP 3) & Mekanïk Kommandöh (1973, veröffentlicht 1989, die sparsamer instrumentierte Urfassung von MDK)
  • Between: And the Waters Opened (1973)
  • Tom Waits: The Heart of Saturday Night (1974)
  • Mike Batt: The Hunting of the Snark (1986)
  • After Crying: Megalázottak és megszomorítottak (Erniedrigte und Beleidigte, 1992)
  • Hedningarna: Trä (Holz, 1994)
  • Ghymes: Rege (Legende, 1998)
  • 31 Prog-Bands aus 8 Ländern (darunter 18 italienische und 9 skandinavische), koordiniert von Colossus Project: Kalevala (2003, fast vier Stunden lang)
  • Lumsk: Åsmund Frægdegjevar (2003) & Troll (2005)

Einiges wurde auch prominent und unterhaltsam filmisch umgesetzt.

  • The Rolling Stones and Guests: Rock and Roll Circus (hier bildet Zirkusatmosphäre die Klammer für verschiedene Musik, 1968, veröffentlicht 1996)
  • Galt MacDermot: Hair (Antikriegsgeschichte, 1968, verfilmt 1979, Regie Miloš Forman)
  • The Who and Guests (Arthur Brown, Eric Clapton, Elton John, Tina Turner, …): Tommy (Rockoper, 1969, verfilmt 1975)
  • Richard O’Brien: The Rocky Horror Picture Show (Frankenstein-Parodie, 1975)
  • Levente Szörényi & János Bródy: István, a király (König Stephan, Rockoper, 1983, mit der Stimme von Márta Sebestyén)

Eolomea

Melodramatisches Zukunftsmärchen ohne Actionszenen (DDR 1972, 82 min, Regie Herrmann Zschoche)

Die Erde untersteht einer friedlichen Gesamtregierung (mit Rolf Hoppe und Cox Habbema in der Weltraumbehörde), dennoch gibt es natürlich Herausforderungen mit ungewissem Ausgang und Probleme aus zwischenmenschlichen Gefühlen. Ja, 1972 stellten viele in der DDR sich die Globalisierung wirklich so vor. Jeder scheint eine halbwegs sinnvolle Arbeit zu haben, Statussymbole und Standesunterschiede gibt es nicht. Der Inhalt trifft einige meiner Grübeleien mit einer gewissen Verfremdung auf den Punkt, da ist mir das manchmal bemängelte Niveau der Effekte so was von egal. Im Gegenteil, trashige Details wie das Schild »Nicht öffnen, bevor der Zug hält« aus DDR-Eisenbahnwaggons im Cockpit eines kleinen Raumschiffs oder die Lochstreifengeräte erhöhen eher den Genuss.
Mit etwas Spitzfindigkeit könnte man allerdings steife Nebenrollendarsteller bemängeln und sogar Logikfehler vermuten, beispielsweise ist ein Lotsenschiff am Schluss schneller wieder auf seinem Außenposten als die deutlich vor ihm gestartete Flotte. Na wenn schon, da hat ein Taxi eben einen Brummi überholt.
Ein ziemlich einzigartiger Film! Hätten wir doch bloß jetzt solche »Konflikte« statt einer Welt voller Finanzspekulationen und Glaubenskriege! Beim Wiedersehen nach vielen Jahren habe ich geheult! Über die mit leichten Hippie-Anklängen versehene Lovestory, aber auch über vertane Chancen echter gesellschaftlicher Entwicklungen seitdem. Bin ich naiv?

Die besten Jazzalben

Hitliste meiner Favoriten, chronologisch, zuerst Original-Studiovinyls, dann Livemitschnitte.

  • Dusko Goykovich: Swinging Macedonia (1966, Top 5)
  • Pharoah Sanders: Karma (1969)
  • Blue Effect & Jazz Q Praha: Coniunctio (1970)
  • Bergendy: Jazz (1976)
  • Leo Cuypers: Zeeland Suite (mit guter filmischer Umsetzung, 1977, Top 5)
  • The Carla Bley Band: Musique Mecanique (1979, Top 1)
  • Jiří Stivín: Status Quo Vadis (1987, Top 5)
  • Dizzy Gillespie: The Winter in Lisbon (1990)
  • Barbara Dennerlein: Junkanoo (1997)
  • Pat Metheny: Imaginary Day (1997)
  • Misery Loves Company: Athens meets New York (1998)
  • Dizzy Gillespie & Lalo Schifrin: Gillespiania at Salle Pleyel (1960)
  • Michał Urbaniak Constellation: ‎In Concert (1973, Top 5)
  • Dizzy Gillespie & United Nation Orchestra: At the Royal Festival Hall (1991)

Wichtigste Zahlen

Wenige Zahlen genügen, um viele Phänomene zu verstehen:

  • SI-Einheiten: Kelvin, Sekunde, Meter, Kilogramm, Ampere, Candela, Mol
  • Goldener Schnitt ~1,62
  • pi ~3,14
  • e ~2,72
  • absoluter Nullpunkt bei minus 273,15 °C = 0 K
  • kleinste frei existierende Ladung ~1,6 x 10-19 As
  • Lichtgeschwindigkeit im Vakuum ~300 000 km/s
  • Schallgeschwindigkeit in Luft ~343 m/s (in allen Flüssigkeiten und Festkörpern höher)
  • Erdumfang ~40 000 km
  • Gravitationsbeschleunigung ~9,8 m/s2
  • Druck auf Meeresspiegelhöhe ~100 kPa (entspricht 10 t Luft pro m2, bei ~2400 m über NN 75 % und bei ~5500 m 50 %)
  • Wasser schmilzt bei 0 °C und siedet bei 100 °C (NN), ~1 g/cm3, größte Dichte bei 4 °C
  • menschliche Körpertemperatur 37 °C
  • sichtbares Licht zwischen 380 nm (ultraviolett) und 780 nm (infrarot)
  • hörbare Töne zwischen 20 Hz und 20 kHz
  • Weltbevölkerung zu Beginn des Holozäns < 10 Millionen, 1804 ~1 Milliarde (davon 21 % Europäer), 1960 ~3 (20 %) und 2022 ~8 Milliarden (9 %), mutmaßliche Stabilisierung 2080 ~10 Milliarden (7 %)
  • und einmal im Leben die Primzahlen bis 50 sowie die ersten 20 Elemente im Periodensystem zu lernen, das ist auch zumutbar

Meine persönliche Epocheneinteilung, auch wenn die Übergänge fließend abliefen:

  • die Antike endete 536 (Klimaanomalie mit sozialen Krisen nicht nur im Römischen Reich)
  • das Mittelalter endete 1492 (Kolumbus erreichte die Bahamas, Abschluss der Reconquista)
  • die Digitalwelt begann 1989 (Berners-Lee entwickelte das World Wide Web, Zusammenbruch des Realsozialismus)

Van Wilks

Der Texaner Van Wilks spielt unwahrscheinlich gut Bluesgitarre (zu seinen Bewunderern zählt ZZ Top), hat Power und Humor. Die Musik wirkt nah und bodenständig, irgendwie kann man sich mit ihm einen Plausch an der Theke nach einem Konzert gut vorstellen. »Koko’s Hideaway« (1999) und der Vorgänger »Soul of a Man« (1995) sind lohnenswerte Entdeckungen, die Nachfolger finde ich nicht mehr ganz so eigenständig. Einer von vielen tollen Musikern, die kaum jemand kennt.