Flamencojazz

Die Bezeichnung Flamencojazz sei nicht sehr geläufig, meint das Internet. Und doch gibt es Musik, bei der mir dieses Wort sofort in den Sinn kommt. Außerdem sehe ich Parallelen zum Swing der Manouche, besonders beim Gitarrenspiel.

  • Als Geburt einer solchen Stilrichtung könnte man vielleicht die beiden Platten Pedro Iturraldes Jazz Flamenco I+II 1967 und 1968 ansehen. Zusammen 66 Minuten.
  • Ein Meilenstein dieses Flamencojazz war zweifellos die Suite Jazzpaña 1992. Der 65 Minuten lange Ausflug der von Vince Mendoza geleiteten WDR Big Band mit Stargästen wie dem Sänger Ramón el Portugués in die Welt des Flamenco ist noch immer unübertroffen. Lebhaft und lebensfroh, mit einigen eingängigen Ohrwurm-Passagen, teilweise sogar tanzbar.
  • Jazzpana II und Jazzpana Live in kleineren Besetzungen unter Gerardo Nuñez an der Gitarre fallen deutlich ab. Das gelungenste Projekt in der direkten Nachfolge ist eher das von Chano Domínguez komponierte Soleando 2015. Vince Mendoza dirigiert wieder die WDR Big Band.
  • 2022 hat mich die öffentlich weniger wahrgenommene kammermusikalische Flamenco Odyssey von Christos Tzifakis begeistert. Ein rein griechisches (!) Septett mit einem eher auf weiche Harmonien abgestimmten Stereo-Klang. 63 Minuten.