Burgruinen

    Geöffnet sind viele Burgruinen 365 Tage im Jahr 24 Stunden lang, der Eintritt ist gratis. Jede Burg(ruine) erzählt ein Kapitel Kulturgeschichte, außerdem stehen Burg(ruin)en oft auf Hügeln inmitten schöner Landschaften. Einige Beispiele dieser Kombination aus historischen Gemäuer, weiter Aussicht und prächtiger Natur sollte man unbedingt besuchen.
    Ein besonderes Kapitel der Burgruinengeschichte sind die Burgen im »Mattesland« (Matúšova zem oder Matúšovo kráľovstvo). Bezogen auf die Bevölkerungszahl gibt es in keinem anderen Staat der Welt so viele Burgruinen wie in der Slowakei. Bei ihrer Entstehung und Entwicklung spielte die Herrschaftszeit von Matúš Čák III. (auch Matthäus Csák oder Matthias Tschak, gestorben 1321) eine besonders wichtige Rolle. Der »Herr über Waag und Tatra« (pán Váhu a Tatier) verwaltete praktisch ein Separatistenreich im Nordwesten des damaligen Ungarn mit der Hauptstadt Trenčín (Europäische Kulturhauptstadt 2026). Gemeinsam mit Amadé Aba (gestorben 1311) aus Košice (Europäische Kulturhauptstadt 2013) beherrschte er ein Gebiet etwa von der Fläche der heutigen Slowakei. Der Niedergang vieler dieser Burgen wiederum begann mit Zerstörungen während der Kuruzenkriege (1671-1711).
    Wegen einer gewissen Bedeutung in der Familiengeschichte bezeichne ich Vršatec (805 m, Kreis Ilava) als »unsere alte Burgruine« und Sklabiňa (625 m, Kreis Martin) als »unsere neue Burgruine«. Die Aufzählung meiner weiteren Favoriten würde den Rahmen hier sprengen. Man sehe sich nur einmal die Landkarte auf der Darstellung Hrady a zámky na Slovensku an.

    Dass gelegentlich Anlagen für den Tourismus ausgebaut und als Museumsbetrieb gewidmet werden, kann man mit einem lachenden und einem weinenden Auge sehen. Ein markantes Beispiel dafür ist die Festung Chotyn (Хотинская крепость), die nördlichste der vier erhaltenen des Fürstentums Moldau am Fluss Dnestr.
    Bis etwa 2007 war das Gelände frei zugänglich. Schon vorher wurde es als malerische Filmkulisse benutzt. Aber man durfte rundherum bis zum Flussufer auch biwakieren. Dann wurde der Zugang strenger geregelt. Anbei Fotos aus dem Jahre 2018.